Trauer um geliebte Menschen: Was gibt im Alltag Halt?

Shownotes

Es gibt keine richtige oder falsche Art zu trauern. Diese Folge zeigt, wie unterschiedlich Menschen einen Verlust erleben und was Betroffenen und ihrem Umfeld helfen kann.

Darum geht es:
- Erste Reaktionen auf einen Todesfall: Warum Weinen, Betäubung und Funktionieren nebeneinander Platz haben können.
- Abschied und Erinnerung: Wie persönliche Rituale und nachgeholte Gespräche Raum für Trauer schaffen können.
- Unterstützung im Alltag: Konkret Hilfe anbieten, verlässlich bleiben und eigene Grenzen wahrnehmen.
- Unterschiedliche Bedürfnisse in Familie und Partnerschaft ansprechen.
- Trauergruppen, Trauerbegleitung und therapeutische Unterstützung: Welche Möglichkeiten es gibt.
- Neues Glück zulassen, ohne die Verbindung zur verstorbenen Person aufzugeben.

Mit Einschätzungen von Bestatter, Trauerbegleiter und Autor Erik Wrede sowie persönlichen Erfahrungen von Leserinnen und Lesern.

Fragen oder Anregungen zu "Xplained"? Schreibt an redaktion@1und1.de mit dem Betreff "Xplained" oder schickt eine WhatsApp-Sprachnachricht an 0151 12051433.

Beteiligt an der Folge waren:

  • Redaktion GMX: Sabine Vaas & Sophie Bierent
  • Projektleitung GMX: Christian Zechel
  • Redaktion Pool Artists: Julia Illmer
  • Projektleitung Pool Artists: Anna Vahldick
  • Produktion Pool Artists: Benjamin Meyer, Tim Milimonka und Junis Rabe

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo Sabine,

00:00:01: hallo Sophie.

00:00:02: Ähm ja ich bin jetzt mal ganz ehrlich zu dir.

00:00:05: irgendwie weiß ich gar nicht so recht wie Wie ich jetzt in die folge heute einsteigen soll Denn zu allerheiligen sprechen wir über einen thema bei dem es oft Ja irgendwie schwer ist die richtigen worte zu finden.

00:00:17: Ich würde sogar vielleicht soweit gehen zu sagen dass das auch ein tabuthema ist ein stückweit.

00:00:22: Es geht nämlich um trauer.

00:00:25: Dann da wissen viele auf der einfach nicht Wie Sie damit so umgehen sollen oder was sie sagen sollen?

00:00:30: Ja, ich glaube das fällt ganz vielen Menschen schwer da.

00:00:34: Das ja vermeintlich oder an Anführungsstrichen richtige zu sagen wenn jemand stirbt.

00:00:39: über den Tod zu sprechen ist jetzt auch nichts Alltägliches und kein Smalltalk Thema.

00:00:44: Ich merke aber in meinem persönlichen Umfeld dass es auf der einen Seite zwar diese Berührungsängste gibt Aber dass es gleichzeitig auch ein immer größeres Bedürfnis gibt über die Themen sterben und trauer zu sprechen.

00:00:56: Vielleicht liegt es daran, weil die jetzige Generation einfach geübt darin ist über ihre Gefühle und Bedürfnisse zu reden.

00:01:03: Aber trotzdem, es fehlen einem oft die richtigen Worte.

00:01:06: Ja

00:01:06: ich glaube das haben viele schon erlebt aber ich bin mir recht sicher nach der Folge da wissen wir ein bisschen mehr was man denn sagen kann und vor allem auch wie man Betroffene am besten unterstützen kann.

00:01:16: Das

00:01:16: hoffe ich ja.

00:01:17: Wir wollen heute unter anderem die Fragen beantworten Wie gehen wir dann mit der Trauer um wenn jemand nahestehendes stirbt?

00:01:24: Warum funktionieren manche erst einmal nur, während andere sofort von ihren Gefühlen so überwältigt werden?

00:01:30: Und was kann denn eigentlich helfen wenn das Leben weitergeht obwohl sich alles verändert hat.

00:01:35: Um das zu beantworten haben wir auch unsere Leserinnen und Leser gefragt was ihnen in einer solchen Zeit geholfen hat und über einige ihrer ja wirklich sehr berührenden Erfahrungen sprechen wir heute auch.

00:01:45: Und Sabine, du hast zusätzlich auch noch mit Erik Wrede gesprochen.

00:01:50: Genau!

00:01:50: Er ist Bestatter und Trauerbegleiter und hat auch mehrere Bücher zum Thema Tod und Trauern geschrieben.

00:01:56: Bevor wir aber tiefer ins Thema einsteigen, ist mir eines wirklich wichtig zu sagen Es gibt in Sachen Trauer kein richtig oder falsch.

00:02:04: Ja danke für diesen sehr wichtigen Hinweis Und damit herzlich willkommen bei Xplained.

00:02:10: Ich bin Sophie Bierend, Wissens- und Ratgeberredakteurin bei gmxundweb.de.

00:02:15: Und ich bin Sabine Fass ebenfalls RedakteurIn für Wissen und RatGeber.

00:02:24: Was heißt das für mich?

00:02:30: Sabine du hast dich für diese Folge ja intensiv mit dem Thema Trauer beschäftigt!

00:02:35: Ja es waren wir wirklich in Anliegen dieses Thema mal mit in unseren Podcast zu bringen denn Trauer betrifft früher oder später halt wirklich jeden von uns.

00:02:44: Trotzdem habe ich das Gefühl, dass das Thema oft aufgespart oder verdrängt oder einfach nicht genügend darüber gesprochen wird.

00:02:51: Ja wahrscheinlich weil allein so die Vorstellung jemanden zu verlieren schon super schmerzhaft ist?

00:02:56: Total!

00:02:57: Es bedeutet ja auch, dass man Abschied nehmen muss und eben nicht nur von der geliebten Person sondern vielleicht eben auch von einer Zukunft, die es so nicht mehr geben wird und die uns dann fehlt.

00:03:07: Wenn jemand stirbt jetzt egal ob... unerwartet oder nicht.

00:03:11: Da gibt's ja auf diesen Moment, in dem die Todesnachricht dann an die Angehörigen überbracht wird oder ist manchmal auch selbst dabei zum Beispiel im Krankenhaus.

00:03:20: Manche Menschen weinen sofort und sprechen zusammen und andere reagieren ganz anders.

00:03:25: sie können es erst mal nicht glauben oder fühlen sich wie betäubt.

00:03:29: andere stellen auch so ganz sachliche Fragen.

00:03:31: telefonieren organisieren von außen kann das dann ja wirken als hätten die dann die Nachricht noch gar nicht so an sich herangelassen.

00:03:40: Ja, genau so ist es auch.

00:03:41: Also Erik Breder hat mir das auch bestätigt, dass eben die ersten Reaktionen auf eine Todesnachricht ganz unterschiedlich aussehen können.

00:03:48: Die Bandbreite von dem was Ausdruck von Trauer sein kann, ist unendlich breit und das finde ich im Erklären immer wieder wichtig.

00:04:00: weil ich Menschen das Gefühl nehmen möchte und nehmen muss Trauer ich gerade nicht richtig, weil ich nicht doll genug weine.

00:04:08: Oder trauere ich zu doll?

00:04:10: Weil ich immer noch weine?

00:04:12: Bin ich zu streng mit mir?

00:04:13: Funktioniere ich zu

00:04:14: früh?".

00:04:15: Und deswegen muss ich sagen gibt's das was nicht trauer sein kann eigentlich nicht.

00:04:20: Ich finde es irgendwie voll traurig wenn man seine Trauer dann auch noch so hinterfragt.

00:04:25: aber kann man denn sagen dass Betroffene wenn jetzt jemand gestorben ist sofort beginnen zu trauern?

00:04:30: oder Steht man da vielleicht auch erst mal nur unter Schock und das ist dann auch okay.

00:04:35: Also laut Erik brauchen Menschen zwei Dinge, damit der Trauerprozess überhaupt möglich ist.

00:04:40: Der erste Schritt ist dass man die Situation erstmal anerkennt also dass man wirklich versteht es ist jemand gestorben und diese Situation ist jetzt leider unwiderruflich.

00:04:50: Und der zweite?

00:04:52: Betroffene brauchen vor allem Zeit ganz viel Zeit um den eigenen Bedürfnissen und der Traueraum zu geben was laut Erik dabei aber oft das Schwierige.

00:05:01: Viele Menschen haben einfach gelernt, dass wenn uns irgendwas Unbehagliches passiert oder es uns unbehagen bereitet.

00:05:08: Dann gehen wir davon weg.

00:05:09: aber Trauer ist einfach nichts was man verhindern muss oder sollte sondern eher im Gegenteil.

00:05:14: Es geht darum das man die Trauer wirklich zulässt und in der Verlustsituation ist halt manchmal das zum Schmerz hingehen und nicht das Weggehen das was dann am Ende eine Besserung bringt.

00:05:25: Ich stelle mir das auch wirklich sehr schwer vor die Trauers so richtig zuzulassen.

00:05:31: Also das stelle ich mir auch schwieriger vor, als sie erst mal zu unterdrücken.

00:05:34: Definitiv ja aber... Ich glaube das kennen sich ja auch viele die Trauer ist ja nicht nur Schmerz und nicht nur Durchgehenschmerz.

00:05:43: also Trauer es eben auch Ja!

00:05:45: Sich zu erinnern, zu lachen mit Freunden zu sprechen auch über die verstorbene Person oder eben die eigenen Gefühle und ja vielleicht auch wie Erik das sagt sich mitunter die schwierigste Frage zu stellen um was trauere ich dann eigentlich gerade?

00:06:00: Trauer ist eine ziemlich egoistische Kuh.

00:06:02: Das geht oberflächlich natürlich darum, dass da ein Mensch gestorben ist.

00:06:07: aber wir trauern um eine Zukunft die uns fehlt, eine Vergangenheit die nicht so war wie wir sie wollten.

00:06:14: Trauer dreht sich erst mal ziemlich doll auch um uns und das darf man auch zulassen um es zu verstehen.

00:06:21: Eine Zukunft, die uns fehlt.

00:06:22: Ja das ist dann das eine.

00:06:24: aber manchmal hängen einem auch noch Situationen aus der Vergangenheit nach, die vielleicht umgeklärt sind

00:06:31: Stimmt ja manchmal kommt der Tod eines Menschen dann irgendwie sehr überraschend.

00:06:36: Ist so ein plötzlicher oder unerwarteter Todesfall für viele Menschen denn dann besonders schwer?

00:06:42: Ja also kann ich mir persönlich sehr gut vorstellen vor allem weil es eben In so einem Fall, keine Gelegenheit gab es sich auf den Abschied vorzubereiten oder darauf einzustellen.

00:06:52: Vielleicht war das letzte Gespräch wirklich einfach nur belanglos?

00:06:56: Oder vielleicht hatte man Streit oder man hat der Person bei der Verabschiedung nicht gesagt wie viel sie einem bedeutet und vielleicht dachte man auch einfach nur ja wir sehen uns ja morgen wieder und plötzlich stehen dann wirklich Fragen im Raum auf die es eben keine Antwort mehr gibt.

00:07:10: Ja, das klingt richtig schwierig.

00:07:12: Vor allem wenn man noch Streit hatte.

00:07:14: sollte man denn Wenn dem so ist, eine Art Verabschiedung vielleicht nachholen.

00:07:20: Das habe ich Erik auch gefragt?

00:07:22: Ich glaube wir alle zusammen dürfen zum Beispiel in der Bestattung – das sage ich als Bestatter!

00:07:29: Das ist nicht der wichtigste Tag, es ist ein wichtiger Tag.

00:07:33: Ich kann diese Schritte, Rituale Sachen die ich für mich brauche wirklich jederzeit machen.

00:07:40: ob ich nach zehn Jahren denke Ich wollte noch mal was aufschreiben, damit das nicht weg ist.

00:07:47: Ich glaub dafür ist es ... Nee, ich weiß, dafür ist nie zu spät und das darf man sich auch sagen.

00:07:54: Und gerade wenn Menschen das Gefühl haben nach ein paar Jahren, oh irgendwie, wenn ich davon höre dass jemand stirbt bei mir geht die Wunde Dollar auf als ich das erwartet habe dann darf man da hingehen und sich das damit beschäftigen.

00:08:12: Und darf sich überlegen, was braucht es vielleicht?

00:08:15: Was genaues braucht, kann sehr unterschiedlich aussehen.

00:08:19: Erik rät dazu, dass man ja wie so Ersatz-Situationen schafft, wenn vielleicht auch noch ein Konflikt im Raum stand oder ein Gespräch, das man einfach noch gerne geführt hätte.

00:08:29: Auch wenn man nicht bei der Beerdigung oder der Abschiedsfeier dabei sein konnte ... Manche Menschen schreiben dann ein Brief oder besuchen gemeinsame Orte, oder erzählen jemandem was die der verstorbenen Personen gerne noch gesagt hätten.

00:08:43: Es gibt aber auch Menschen, die brauchen das gar nicht.

00:08:45: also Abschied nehmen muss nicht nach einem bestimmten Muster aussehen oder ablaufen.

00:08:50: Ja dass ist sicher für jeden ganz individuell.

00:08:53: Nicht nur das sondern Das kann wie Eric mir erzählt hat wirklich auch super ungewöhnlich sein.

00:08:59: Wir haben vor ein paar Jahren mit jemandem zusammen Viele Jahre nach dem Tod ihres ersten Mannes öffentlich Sachen verbrannt.

00:09:06: Weil sie das wollte?

00:09:08: Die Sachen von ihrem Mann, die hatte sie hat Erik mir erzählt einfach immer irgendwie dabei und mit der Zeit sind die dann aber einfach ja zu schwer und wie eine Last für Sie geworden.

00:09:18: Ja hört sich vielleicht erst mal... komisch an.

00:09:20: Also ich kenne es eher so aus so Teenie-Serien, wenn man seinen Ex vergessen will und dann was verbrennt.

00:09:25: Aber das ist halt auch einfach total individuell, was einem hilft.

00:09:28: Und ich find's richtig schön, wenn für sie da sich einen Weg gefunden hat loszulassen und sich eben auch zu verabschieden auf die Weise.

00:09:35: Ja, total!

00:09:36: Es

00:09:36: gibt aber ja auch Fälle in denen jemand nicht plötzlich stirbt sondern zum Beispiel nach einer langen Erkrankung also wenn es sich schon abgezeichnet hat.

00:09:46: Den Angehörigen wird denn gerne mal gesagt quasi das Glück hatten, sich noch aktiv verabschieden zu können.

00:09:53: Zum Beispiel wenn jetzt der Partner im Krankenhaus war und ja in den nächsten Tagen sterben wird.

00:09:59: Ja solche Fälle gibt es natürlich viele aber ein Tod der Absehbar ist sozusagen, der ist nicht automatisch leichter.

00:10:06: also diese Erfahrung hat eine unserer Leserinnen auch gemacht.

00:10:10: sie heißt Susanne und sie hat uns geschrieben wie verletzend Sie den Satz fand du warst doch auf sein Tod vorbereitet Ihr Mann, der ist an Krebs gestorben.

00:10:18: und sie hat uns geschrieben.

00:10:20: Sein Tod kam zwar nicht plötzlich aber vorbereiten kann man sich nicht.

00:10:24: es hat mir schier den Boden unter den Füßen weggezogen Und das hat auch Eric bestätigt er mir gesagt hat die Umstände des Sterbens also wie ein alt ein Mensch zum Beispiel war Das alles hat viel weniger Einfluss auf dem Trauerprozess als wir glauben.

00:10:39: Es tut mir voll leid für Susanne und ich kann das auch gut verstehen weil vorbereitet zu sein irgendwie einen Verlust verkraften zu können, das sind einfach zwei verschiedene Dinge.

00:10:48: Auf jeden Fall!

00:10:49: Also so oder so egal welcher Fall... Das Leben wird einfach komplett auf den Kopf gestellt wenn man einen Menschen verliert und in der Regel muss man sich dann auch noch mit den ganzen organisatorischen Dingen befassen also der Beerdigung mit Versicherungen mit Ämtern.

00:11:03: und ja das macht es oft einfach gar nicht leichter der Trauer den nötigen Raum zu geben.

00:11:09: Also ist es vielleicht auch so dass die Trauer dann erst so richtig beginnt, wenn das Ganze organisieren vorbei ist?

00:11:16: Nee und nicht unbedingt.

00:11:17: Zu funktionieren und gleichzeitig zu trauern schließen einander nicht aus.

00:11:21: Manchen Leuten kann sogar helfen sich beschäftigt zu halten oder sich abzulenken.

00:11:25: anderen hilft es auch dabei wirklich zu begreifen dass die Person nicht mehr da ist.

00:11:30: manchmal ja merkt man dann auch erst beim dritten Telefonat wenn man davon erzählt was man eigentlich sagt und manchmal kann das auch Wochen dauern.

00:11:39: Ja und dann kommt irgendwann dieser Moment, in dem man dann auch echt denkt doch stimmt wirklich die Person die kommt halt einfach nicht mehr zurück.

00:11:49: und da gibt es all diese ganzen ersten Male ohne die Personen.

00:11:53: Ja sie sind sicherlich super schwierig das kann Geburtstag sein oder das erste Weihnachten ohne die geliebte Person und oft überrennt einen die Trauer dann wirklich in ganz banalen Situationen.

00:12:05: Man kommt nach Hause und erwartet, dass die Person noch da ist.

00:12:09: Oder man sieht irgendwas, was einem sofort an die Person erinnert oder man will dir etwas erzählen.

00:12:15: Und dann greift man einfach aus Gewohnheit zum Telefon.

00:12:18: Ja, dann fällt einem wieder ein.

00:12:20: Ich kann sie oder ihn gar nicht mehr anrufen?

00:12:23: Ja ich glaube... Da muss sich gleich meine Oma denken.

00:12:29: Ach, da ging es mir auch genau so.

00:12:31: Dass ich irgendwie oft in Situationen dachte, ach, da wird die Oma lachen wenn ich etwas erzähle und dann fällt einem erst wieder ein Ich kann's ja gar nicht mehr erzählen.

00:12:38: Also das sind dann so Momente in denen es so richtig real wird.

00:12:42: Und warum sind's denn aber genau diese scheinbaren Kleinigkeiten?

00:12:47: Die ja auf einmal so überwältigend sind?

00:12:51: Es gibt ja diesen Satz, Trauer ist Liebe die nicht weiß wo sie hin soll und Erik hat mir das auch bestätigt.

00:12:57: denn die Beziehung die man zu der verstorbenen Person hatte.

00:13:00: Die endet ja nicht automatisch mit dem Tod sondern die geht weiter über den Tod hinaus nur eben ganz anders.

00:13:08: Ich finde der Satz leuchtet total einen.

00:13:10: vielleicht ist es genau das was Trauer ja so schwer greifbar macht eben dass die Verbindung zu einem Menschen nicht einfach verschwindet, nur weil dieser Mensch nicht mehr da ist und die Gefühle, die Erinnerungen.

00:13:23: Und auch das Bedürfnis so diesen Alltag mit den Menschen zu teilen bleiben einfach bestehen?

00:13:28: Absolut ja!

00:13:30: Ein Leser hat uns das sehr eindrücklich beschrieben und erzählt wie sein Vater in den Gesprächen der Familie fehlt.

00:13:37: Der Vater ist zwanzig zweiundzwanzig gestorben und die Familie hat immer viel miteinander geredet.

00:13:43: Jetzt allerdings fehlt seine Stimme, und zwar nicht nur seinem Sohn sondern auch den Enkeln.

00:13:48: Er hat uns geschrieben das Schwerste ist wohl dass ein Mensch einfach so verschwindet und nicht mehr da ist Und meine Kinder dann sowas sagen wie es kann doch nicht sein dass Opa einfach nicht mehr Da ist.

00:14:00: Sowas ist wirklich schwer zu erklären.

00:14:03: Der Satz der kinder irgendwie erbringt voll auf den punkt.

00:14:06: also Man weiß Dass jemand gestorben ist und trotzdem ist es irgendwie so Unvorstellbar, dass der Opa einfach nicht mehr zur Tür reinkommt oder jetzt eben... ...nicht mehr am Tisch sitzt und sich auch einfach nicht im Gespräch beteiligt.

00:14:20: Zum Alter Alltag voller Situationen oder Momenten ist an denen dieser Mensch einfach ganz selbstverständlich dazugehört hat.

00:14:27: Ein Geruch ein gemeinsamer Ort oder einen Familienritual können die Erinnerungen plötzlich wirklich sehr präsent werden lassen?

00:14:34: Ja und das passiert dann vielleicht auch einfach einem Tag, an dem man dachte heute geht es mir gut!

00:14:39: Genau.

00:14:40: Aber und das ist auch ganz wichtig, dass es kein Rückschritt im Trauerprozess ist.

00:14:45: Denn Trauer verläuft nie in einer geraden Linie sondern eher wellenförmig.

00:14:50: Das ist ja eher so eine Art kommen- und gehen.

00:14:53: Ach okay!

00:14:53: Das finde ich jetzt irgendwie voll interessant denn in der Vorbereitung auf unsere Folge bin ich über ein Modell gestolpert.

00:14:59: Das heißt die fünf Phasen der Trauer und das beschreibt das trauende Fünfphasen durchlaufen Erst Verleugnung, dann Zorn, Verhandeln, Depression und am Ende die Akzeptanz.

00:15:13: Also das ist ja recht geradlinig!

00:15:16: Ja, genau.

00:15:16: Das ist dieses Modell von Elisabeth Kübler-Ross das du meinst.

00:15:20: Das hat er Erik auch erwähnt und was viele aber bei diesem Modell gar nicht wissen.

00:15:24: Elisabet Küblar Ross hat sich dabei nicht mit den Trauerenden beschäftigt sondern mit den Personen die sterben.

00:15:30: also sie hat an ihnen, an den Sterbenden diese fünf Phasen der Trauer beobachtet und das wurde dann ja heutzutage als dieser sogenannten Phasend der Trauern bekannt.

00:15:40: Ach so okay!

00:15:41: Also... Aber dann lässt sich da dieses Modelle von ihr eigentlich gar nicht auf das Trauern anwenden.

00:15:48: Teils, teils!

00:15:50: In meinem Gespräch mit Erik hat er mehrfach betont was am wichtigsten ist um überhaupt in diesen Trauerprozess zu kommen und zwar ist es die Akzeptanz.

00:15:58: Das wäre jetzt nach Kübler-Ross der letzte Schritt.

00:16:01: Der sollte aber seiner Meinung nach der erste sein.

00:16:04: Und Erik meinte auch dass es in seinen Augen eher kontraproduktiv ist wenn man sich an diese Phasen oder in diesen Phasend der Trauer orientiert weil Die den Trauerenden ganz oft vermitteln, du bist nicht schnell genug.

00:16:15: Diese Phase fehlt noch und hast du noch nicht durchlaufen?

00:16:18: Warum bist du nach dem sogenannten Trauer-Ja immer noch nicht fertig mit dem

00:16:22: Trauern?".

00:16:23: Hm

00:16:24: ja also so ein guter Tag bedeutet nichts dass die Trauer abgeschlossen ist und im Umkehrschluss kann man also sagen bedeutet auch einen schwerer Tag nach Monaten nicht das man irgendwas falsch gemacht hat

00:16:36: überhaupt nicht.

00:16:37: Erik hat uns das auch nochmal beschrieben.

00:16:39: Wir wissen heute Trauer an sich nie zu Ende ist.

00:16:44: Die verändert sich, die verändert ihr Gesicht!

00:16:46: Natürlich wird die nicht dein Leben lang oder für zwanzig Jahre die totale Ballast sein.

00:16:54: aber wenn du hinschaust wird das Vermissen immer bleiben und es wird immer eine Lehrstelle bleiben und Es wird Immer bei einer Veränderung bleiben dieser Verlust mit dir gemacht hat.

00:17:04: denn heute wird trauer eigentlich im erfolgreichen Sinne so definiert dass wir ein Verlust in unser zukünftiges Leben integrieren.

00:17:14: Das Leben dreht sich aber trotzdem super schnell weiter, vor allem ja auch wenn man Kinder hat, aber auch einfach so mit den Aufgaben im Alltag also Arbeit, Putzen, Einkaufen und Termine organisieren und was man sonst halt so noch alles zu tun hat.

00:17:28: Ja, total.

00:17:29: Und für den oder diejenigen der gerade trauert kann es total irritierend sein dass das für andere oder für das Umfeld ein ganz normaler Dienstag ist und für einen selbst ist es einfach eine weitere Woche ohne diesen geliebten Menschen.

00:17:43: Aber ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht so ein Alltag in dieser Situation auch helfen kann, oder?

00:17:48: Für manche schon!

00:17:50: Erika hat mir von einem Mann erzählt, der drei Tage nachdem seine Frau verstorben war, ganz ordentlich den Vorgarten gepflegt hat.

00:17:57: Ja, das war einfach seine Art irgendwie die Welt in Ordnung zu halten.

00:18:02: Wie wir also mit der Trauer umgehen?

00:18:04: Die Antwort darauf findet laut Erik einfach jeder ganz tief in sich selbst und das kann eben für jeden oder jede sehr unterschiedlich aussehen.

00:18:12: Ich find's ja auch richtig toll wie viele Leserinnen und Leser uns geschrieben haben und von ihren Erfahrungen erzählt haben Und ich finde diese Leserstimmen zeigen auch einfach dass es einfach so unterschiedlich aussen kann!

00:18:25: Ich finds' richtig schön

00:18:27: Absolut.

00:18:28: Manuela hat uns zum Beispiel auch geschrieben und sie hat ja viele Wochen der Lehre empfunden, aber ihr hats geholfen auch wieder arbeiten zu gehen.

00:18:37: Und zugleich sagt sie allerdings an dieser Stelle auch was ganz Wichtiges darüber Was andere dann oft da hinein interpretieren.

00:18:45: Sie sagt Anfangs boten alle Hilfe und Unterstützung an die doch nach und nach ausblieb.

00:18:50: Alle denken gefühlt mir geht's gut Aber dem ist nicht so.

00:18:54: Ach Mensch, ja weil sie wieder arbeitet und dann schließen halt alle anderen draus.

00:18:57: Ach die kommt schon zurecht.

00:19:00: Ja genau aber Arbeit kann auf der einen Seite zwar halt geben aber man kann trotzdem jeden Abend mit dem Verlust alleine sein.

00:19:09: Manuela hat uns aber auch geschrieben dass ihre Kinder eine Freundin und ihre Trauerbegleiterinnen und ihre Psychologen ganz wichtige Stützen für Sie sind.

00:19:17: Das ist schön das sie da so Menschen an ihrer Seite hat.

00:19:20: Peter, ein anderer Leser hat innerhalb von drei Monaten beide Eltern verloren.

00:19:26: Er geht wieder arbeiten und beschreibt sich aber weiterhin als kraftlos.

00:19:31: Ja das zeigt sehr gut eben diese beiden Seiten die oft zusammen gehören.

00:19:35: also man macht zwar weiter ist aber auf der anderen Seite total erschöpft.

00:19:40: Ich denke viele haben vielleicht auch nach so einer gewissen Zeit das Gefühl dass sie jetzt wieder funktionieren müssen Auch weil es ja von der Gesellschaft dann fast schon so vorgegeben wird.

00:19:50: Ja, das stimmt aber... Es gibt einfach keinen Zeitpunkt an dem man wirklich wieder funktionieren muss.

00:19:56: Wichtig ist auch zu betonen, das hast du auch schon zu Beginn gesagt.

00:19:59: Es gibt eben nicht diese richtige Art zu trauern.

00:20:02: also jeder trauert unterschiedlich und das ist vollkommen okay.

00:20:05: so was ich mich aber frag wenn jetzt zwei Personen zum Beispiel in einer Familie oder auch in einer Partnerschaft unterschiedlich traueren Dann kann es doch auch die Beziehung verändern, oder?

00:20:18: Ja durchaus.

00:20:19: Zwei Menschen können dieselbe Person verloren haben und trotzdem brauchen die beiden dann ganz unterschiedliches.

00:20:25: Der eine möchte vielleicht lieber Fotos ansehen und oft über den oder die Verstorben sprechen und der andere hält das aber gerade überhaupt nicht aus.

00:20:33: sich Fotos angesehen von der Personen.

00:20:34: und ja manchmal sucht eine Person die Nähe, die andere Person zieht sich eher zurück.

00:20:41: Wenn man das nicht ausspricht, kann aus solchen Unterschieden schnell mal Vorwürfe werden.

00:20:46: Das kann ich mir richtig gut vorstellen.

00:20:48: Eine sagt, warum redest du denn nie über sie?

00:20:50: und umgekehrt?

00:20:51: dann aber?

00:20:51: Warum musst du immer davon anfangen?

00:20:53: Ja!

00:20:54: Das kann beides wehtun.

00:20:57: In so einem Fall kann es helfen sich zu überlegen was brauche ich gerade und diese eigenen Bedürfnisse möglichst konkret auszusprechen.

00:21:07: Man kann also sagen ... Ich würde heute gerne von ihm erzählen, kannst du mir zuhören?

00:21:13: Und die andere Person kann aber gleichzeitig auch sagen ich möchte gerne bei dir sein und dich unterstützen.

00:21:18: Aber ich schaffe dieses Gespräch gerade nicht.

00:21:22: Also eine Sache ist natürlich wichtig Menschen um einen Trauernden herum dürfen auch gucken wie es ihnen dabei geht.

00:21:28: Und für mich der Klassiker ist das Menschen zum fünfhundertsten Mal exakt die gleiche Geschichte aus dem Krankenhaus erzählen, weil da etwas schief gelaufen ist.

00:21:41: Und wenn ich aber selber gar nicht die Kraft habe zum fünfhundertsten mal diese Geschichte zu hören dann nicht diese Geschichte unterbinden sondern zu gucken wo kann denn diese Geschichte Raum bekommen?

00:21:52: Also wenn meine Mutter mir immer wieder von den gleichen Arzt erzählt der was falsch gemacht hat Ich selber aber auch trauer Braucht meine Mutter zwar keine Hilfe, aber sie braucht vielleicht ein anderes Ventil dafür.

00:22:05: Und darauf gibt es Antworten.

00:22:06: Es gibt Trauergruppen und Menschen, die das besser ertragen auch in dem Moment.

00:22:12: Füreinander da zu sein und Trauermitt auszuhalten ist so gesehen sicher das Größte was man zum Beispiel als Freundin tun kann.

00:22:19: Aber es ist genauso erlaubt und dessen darf man sich gerne bewusst sein die eigene Grenzen zu wahren, wenn es einem wirklich zu viel auch wird.

00:22:28: Das ist auch in Ordnung.

00:22:31: Manchmal verändert sich aber ja auch das Verhältnis zu Freunden und sie ziehen sich dann zurück?

00:22:36: Ja, das stimmt.

00:22:36: darüber haben uns mehrere Menschen auch geschrieben.

00:22:39: Harald zum Beispiel hat erzählt dass manche mit ihm nichts mehr zu tun haben wollten nachdem seine Frau gestorben war.

00:22:45: er hat geschrieben Sie hatten Angst mich alleine zu sehen.

00:22:49: Und vielleicht wissen manche Außenstehende halt auch einfach nicht, was sie so sagen sollen in so einer Situation und sagen deshalb gar nichts oder ziehen sich halt zurück.

00:22:59: Das kann sehr gut sein!

00:23:01: Und ich finde das ist auch total nachvollziehbar.

00:23:03: Und Erik sagt dass das zum Beispiel überhaupt nicht schlimm ist mal nichts zu sagen.

00:23:07: es ist völlig okay irgendwie ganz offen zu sagen du... Ich bin auch gerade überfordert mit der Situation und ich weiß einfach gar nicht was ich sagen soll.

00:23:15: aber ich bin für dich da.

00:23:18: Es geht oft gar nicht darum, dass man den perfekten Satz findet.

00:23:22: Und statt einem meld dich wenn du was brauchst ... Ich glaub die meisten wissen aus Erfahrung, man meldet sich dann eher nicht.

00:23:28: Ist es besser, etwas Konkretes anzubieten?

00:23:31: Auf jeden Fall!

00:23:32: Das hat Erik auch noch mal betont.

00:23:34: Das ist eigentlich der Tipp, den man mitgeben kann in der Kommunikation mit jemandem, der frisch trauert so konkret wie möglich in den Angeboten sein.

00:23:44: Und vielleicht manchmal nicht so viele Fragen stellen.

00:23:47: Einfach sagen, ich komme Samstagnachmittag bei dir vorbei und wir gehen mal spazieren.

00:23:53: Der wird schon widersprechen wenn er das nicht möchte.

00:23:55: Also ganz wichtig dabei verlässlich sein.

00:23:59: ja also lieber die Oma einmal im Monat verlässig besuchen als dreimal abzusagen weil Besuch ist gerade ein frischer Trauer etwas auf das man sich einstellt oft dass man sich vorbereitet und dann sollten die Sachen auch klappen.

00:24:14: Das finde ich einen ganz guten Tipp von ihm, weil es hilft auch irgendwie einem so ein bisschen mit einer Situation umzugehen.

00:24:20: Finde ich als Freundin oder so zum Beispiel dass man einfach ja jetzt weiß wie man eben handeln könnte und wie nicht.

00:24:28: unsere Leserinnen und Leser die haben uns ja auch erzählt was ihnen denn geholfen hat?

00:24:33: Und welche Antworten sind sie denn da besonders in Erinnerung geblieben?

00:24:38: Ja, vor allem das Hilfe manchmal auch sehr unspektakulär daherkommt.

00:24:42: Eine Leserin, sie heißt auch Sabine hat nach dem Tod ihres Mannes Stunden denn lange Spaziergänge mit ihrem Hund gebraucht.

00:24:49: Freunde haben Sie mehrmals in der Woche zum Abendessen eingeladen und sie war einfach sehr dankbar für Menschen mit denen sie über ihren Mann sprechen und ja auch weinen konnte.

00:25:00: Ich war dankbar für jedes Gesprächsangebot, habe so gerne über meinen Mann geredet und dabei auch viel geheult.

00:25:06: Das hält nicht jeder aus da trennt sich die Spreu vom Weizen.

00:25:10: manche Freundschaften zerbrechen sogar daran aber die bleiben und aushalten sind ganz besonders wertvoll.

00:25:17: Da geht es auch gar nicht dann darum den Schmerz weg zu machen sondern einfach ihnen ja mit der Person mit auszuhalten.

00:25:24: genau Unsere Leserin Abby empfiehlt dafür zum Beispiel auch Trauerplattformen.

00:25:29: Die haben ihr sehr geholfen, weil sie sich dort mit anderen trauernenden austauschen konnte und sich dadurch weniger alleine gefühlt hat.

00:25:37: Für Manuela wiederum waren gemeinsame geliebte Orte wichtig.

00:25:41: also sie schreibt dass sie gerne dorthin fährt, weil ihr das ein Gefühl von Nähe zu ihrem verstorbenen Mann gibt.

00:25:47: Das finde ich total interessant denn wieder andere Leser haben ja auch geschrieben dass gemeinsame Orte für sie kaum auszuhalten waren.

00:25:56: Susanne etwa ist nach dem Tod ihres Mannes für drei Monate zu ihrer Tochter gezogen, sie hat es in dem Haus das sie mit ihrem Mann geteilt hat einfach nicht ausgehalten.

00:26:06: Sie hat geschrieben ich habe meine Tochter zur Arbeit gefahren und auch wieder abgeholt.

00:26:10: wir haben zusammen gekocht und viele Gespräche geführt.

00:26:13: Sie war ja schließlich auch ein Trauer, was mir sehr geholfen hat.

00:26:17: Ich war so mit ihr und ihrem Alltag nicht mehr ganz zu

00:26:20: allein.".

00:26:21: Das zeigt wieder so eindrücklich wie unterschiedlich Trauer sein kann?

00:26:25: Ja

00:26:25: total!

00:26:26: Und ich finde es irgendwie voll schön aber zu hören dass Susanne und ihre Tochter sich gegenseitig haltgeben konnten.

00:26:32: Ohja... Die Familie ist zum Beispiel für unseren Leser A die seine große Stütze gewesen.

00:26:38: Sein Vater ist an Krebs gestorben und er hat uns geschrieben.

00:26:42: Ich bin selbst Vater von zwei Kindern, einer zehnjährigen Tochter und einem achtjährigen Sohn.

00:26:47: Meine Pflichten als Ehemann und Vater geben mir die Kraft weiter zu machen.

00:26:50: Er fehlt mir jeden Tag!

00:26:53: Eine unbeschreibliche Lehre ist tief in mir seit seinem Tod.

00:26:56: Ich akzeptiere aber seinen Tod und mache weiter und kämpfe für meine Familie und meine Kinder.

00:27:02: Denn das hätte er sich auch gewünscht und von mir gefordert.

00:27:06: Irgendwann sehe ich ihn wieder – und das gibt mir Trost.

00:27:11: kann der Alltag mit seinem Pflicht und Aufgaben ja eine große Stütze sein, um weiterzumachen.

00:27:15: Das haben wir auch vorher schon besprochen.

00:27:17: Und ich habe auch gelesen, dass so ein paar unserer Leserinnen und Leser Stärke aus so kleinen Ritualen gezogen haben?

00:27:24: Ja das kann wirklich helfen.

00:27:25: Harald zum Beispiel hat geschrieben, dass er jeden Tag am Grab seiner Frau war obwohl er eigentlich gar nicht an Gott glaubt.

00:27:33: und einem anderen Leser Peter hat es geholfen, in seinem Wohnzimmer ein Bild mit einem LED-Licht von seinen verstorbenen Eltern aufzustellen.

00:27:40: Dass sie ihn dann immer an Sie erinnert und auf die Frage was ihm in seiner Trauer am meisten geholft hat, hat Kai geschrieben Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und Dankbarheit wenn die verstorbene Person nicht oder nur kurz leiden musste?

00:27:56: Das finde ich auch schön wie viel das dann wert ist wenn er sich das so vor Augen führen kann.

00:28:01: Zwei Leser haben uns ja auch geschrieben dass ihnen ihr Glaube geholfend hat.

00:28:05: Genau, Martha sagt ihr hat ihr Glaube und die Verbindung mit Gott sehr geholfen.

00:28:10: In ihrer Mail hat sie geschrieben Ich fühle mich trotz des Schmerzes auch getröstet Mit der Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit.

00:28:16: Und Bernhard geht es ähnlich.

00:28:18: Der findet Trost in seiner Überzeugung dass Wenn wir von unseren lieben Träumen diese mit uns irgendwie Kontakt aufnehmen.

00:28:25: Er hat gesagt Das wird mir bis zu meinem eigenen Tod helfen Mich auf meine Lieben zu freuen Denn Sie sind noch da.

00:28:32: Ein super schöner Gedanke, finde ich.

00:28:35: Voll!

00:28:36: Also man sieht das sind wirklich ganz unterschiedliche Zuschriften und jeder und jedem hat da was anderes sehr geholfen, was sich auch voll schön findet dass viele davon berichten ihre Rituale gerne als Erinnerung so bis zu ihrem eigenen Tod fortführen zu wollen.

00:28:51: denn bei Trauer fällt ja schon auch oft mal das Wort loslassen Und ich finde es nicht so schön Denn das klingt irgendwie so.

00:28:58: Es müsste man dann irgendwie auch Ja, müsste dann irgendwann auch die Erinnerung verschwinden.

00:29:04: So verstehen das manche und deswegen lehnen sie das Wort loslassen auch so ab.

00:29:10: aber das Weiterleben nach dem Verlust eines geliebten Menschen muss absolut nicht heißen dass man die Beziehungen zu der Person oder sogar Die Erinnerungen aus dem eigenen Leben streicht.

00:29:20: Und was ist aber wenn jetzt der Schmerz irgendwie immer schlimmer und schlimmer wird?

00:29:25: Also gibt es denn auch einen Punkt an dem Ich sag mal, normale Trauer endet.

00:29:31: Und an dem man dann vielleicht professionelle Hilfe braucht.

00:29:34: Also einen konkreten Zeitpunkt gibt's dafür nicht.

00:29:37: Das ist auch sicher für jeden und jede unterschiedlich.

00:29:41: Wichtig es aber sich Hilfe zu holen bedeutet auf gar keinen Fall dass man in Anfangstrichen falsch trauert.

00:29:48: im Gegenteil eine Trauerbegleitung oder psychologischer Beistand kann in jedem Fall sinnvoll sein.

00:29:55: Ab wann Trauer in Janne Überspitzt gesagt, ungesunde Richtung geht?

00:30:00: Hat unser Experte Eric folgendermaßen erklärt.

00:30:03: Wir sprechen über lange Zeiträume und nicht über Wochen oder die ersten Monate.

00:30:09: Wenn über Monate apathisches Verhalten da ist, wenn über Monate nur Wut da ist... ...wenn über Monate NUR Trauer da ist also wenn nur ein Gesicht von dem da ist dann würde ich immer sagen, dass es vielleicht gut wäre zu schauen ob man nur Unterstützung braucht.

00:30:31: Und das muss zum Beispiel gar nicht immer sofort eine Therapie sein.

00:30:35: Es gibt wirklich ganz viele und unterschiedliche Angebote zB Trauergruppen in denen man sich sogar auch zum Beispiel online austauschen oder mit Leichgesinnten treffen kann.

00:30:46: Bei Betroffenen bei denen das allerdings schon in Richtung Selbstgefährdung geht also Menschen die Suizidal werden oder die Depression entwickeln denen rät Erik definitiv zu therapeutischer Unterstützung.

00:30:59: Erik hat ja gesagt, dass Traunde einfach auch wirklich diese Zeit brauchen.

00:31:04: für viele kommt dann ja wirklich irgendwann so einen Moment in dem sie wieder lachen.

00:31:08: bei manchen kommt damit aber manchmal sofort ein schlechtes Gewissen.

00:31:14: Das kann sich für viele zunächst irgendwie falsch anfühlen, glückliche Momente zu erleben.

00:31:19: Unser Lisa Harald hat nach dem Tod seiner Frau eine neue Partnerin kennengelernt und schreibt das nicht alle in seiner Familie damit so gut zurechtgekommen sind.

00:31:28: Dabei ist bei ihm genau das was wir vorhin schon beschrieben haben der Fall nämlich dass die Verbindung mit seiner verstorbenen Frau über den Tod hinaus besteht.

00:31:38: er hat uns geschrieben Meine Frau war und ist immer noch bei mir.

00:31:42: In meinem Herzen, in meiner Erinnerung und in meinen

00:31:45: Träumen.".

00:31:46: Ja auch daran sieht man ein neues Glück löscht die Liebe zu dem verstorbenen Menschen keinesfalls aus.

00:31:52: Trauer und Freude können gleichzeitig im selben Leben ihren Platz haben!

00:31:57: Und dazu gefällt mir ganz besonders das Zitat von einem von Eriks Büchern, dass da lautet... Trauer ist die Fortsetzung einer Beziehung unter anderen Bedingungen.

00:32:12: Ich finde, das ist ein richtig schönes Schlusswort und auch eine ganz wichtige Botschaft.

00:32:17: Danke Sabine dass du dieses ja schon auch schwere Thema heute mitgebracht hast Und danke vor allem auch unseren Leserinnen und Lesern so offen von ihren Verlusten und ihrem Umgang mit der Trauer erzählt haben.

00:32:31: Ja, das weiß ich wirklich auch sehr zu schätzen!

00:32:34: Und natürlich danke euch fürs Zuhören – wenn euch die Folge gefallen hat dann freuen wir uns über positive Bewertungen oder ein Abo und wenn ihr Feedback mit uns teilen wollt oder mehr über ein bestimmtes Thema erfahren wollt, dann meldet euch gerne bei uns den Kontakt, den findet ihr in den Show-Notes.

00:32:51: In der nächsten Folge geht's um Ernährung.

00:32:54: Eigentlich wissen wir doch in etwa, was gesund ist und was nicht.

00:32:57: Und trotzdem nehmen unter anderem Herz-Kreislauferkrankungen weiter zu!

00:33:03: Woran liegt das?

00:33:04: Was sollten wir sofort von der Einkaufsliste verbannen, wenn wir gesund altern

00:33:07: wollen?!

00:33:08: Mehr zu unserer Ernährung in der nächsten Folge von Xplained.

00:33:11: da beantworten wir wie immer die Frage – was heißt das für mich?

00:33:15: Bis dahin macht's gut.

00:33:17: Ciao!

00:33:21: ist ein Podcast von GMX und wird produziert von Poolartists.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.